Historie

Aus der Geschichte
Von den ersten Anfängen der menschlichen Geschichte und Kultur ist das Feuer eine segensreiche Macht gewesen. Wir verdanken ihm von den einfachsten Werkzeugen, vom Hammer und Pflug angefangen, bis hin zu den neuesten Errungenschaften modernster Technik einen wesentlichen Teil unseres menschlichen Fortschritts.

Zugleich hat es aber auch immer rasende, zerstörerische Kräfte entwickelt, die zur Gefahr für Leib und Leben sowie unersetzliche Werte wurden.

Der Einzelne ist auch heute noch diesen Kräften und Gefahren des Feuers gegenüber oft zu schwach, wenn nicht wehrlos. Aus dieser Erkenntnis heraus ist der Gedanke der Freiwilligen Feuerwehr erwachsen - in Elsenfeld mittlerweile schon vor über einem Jahrhundert.

 Bis zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Elsenfeld am 12. Mai 1901 war es notwendig die Hilfe der Nachbarn von Fall zu Fall herbei zu rufen. Um diese Hilfe aber bei jedem Brand schnellstmöglich wirksam werden zu lassen, schufen Peter Mayerer, Ludwig Krämer, Anton Weiland und Josef Reichert auf Anregung des königlichen Bezirksamtmannes Fischer aus Obernburg und des damaligen Bürgermeisters Zengel eine Organisation, die bis zum Jahr 1905 von 35 auf 45 Mitglieder angewachsen war und sich zu einer der schlagkräftigsten Feuerwehren des Landkreises empor gearbeitet hatte.

In den Protokollen und Mitgliederverzeichnissen ist die wertvolle Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Elsenfeld festgehalten. Es ist interessant und kurzweilig darin zu blättern. Sie erinnern an viele vergessene Ereignisse und Gegebenheiten - und selbstverständlich auch Bürger - die sich besonders um den Brandschutz in der Gemeinde und um die Hilfe für ihre Mitbürger uneigennützig verdient gemacht haben.

Gründung

Hilfe für den Nächsten
In der Gründerversammlung wurde der Gastwirt Peter Josef Meyerer zum 1. Kommandanten, der Mühlbesitzer Ludwig Anton Franz Krämer zum Adjutanten und Schriftführer, der Scheidmühlbesitzer Josef Anton Weiland zum Kassier und der Aekonom Josef Reichert zum Zeugwart gewählt.

 Ebenso wurde bei der Gründungsversammlung die Wehr in drei Abteilungen eingeteilt, nämlich: Steiger, Spritzmänner, Rettungsmänner.

 Bei einem Brand in der Nacht vom 5. zum 6. September 1901 bestand die Freiwillige Feuerwehr Elsenfeld ihre Bewährungsprobe:

In den Scheunen des Bauers August Oberle und des Gastwirts „Zum Ross“ Leo Schlett brach auf ungeklärte Weise, vermutlich in Folge von Brandstiftung, ein Brand aus. Als die Feuerwehr am Brandort eintraf, standen bereits vier Scheunen und Stallungen in Brand und man musste sich darauf beschränken, ein weiteres Ausbreiten des Feuers zu verhindern. Die Elsenfelder Wehr hatte mit Unterstützung der Nachbarwehren aus Obernburg und Kleinwallstadt das Feuer bald unter Kontrolle. Bei diesem Brand zeigte sich auch die Unzulänglichkeit einer einzigen Spritze, denn ohne die glücklicherweise herrschende Windstille hätte das Feuer sicherlich ganz enorme Ausdehnungen angenommen.


{28.01.1902}


Zur zweiten Generalversammlung am 28. Januar 1902 verzeichnete die Wehr 40 Mitglieder sowie einen Gerätebestand von einer vierrädrigen Spritze ohne Saugschlauch, eine tragbare Spritze (nicht mehr verwendbar), 80 Meter Schlauchmaterial, eine Schubleiter mit Unterstützungsstangen, eine Anstellleiter ohne Unterstützungsstangen, Feuerhacken. Die Notwendigkeit einer zweiten Spritze wurde betont und ein Mitgliedsbeitrag für die Feuerwehrleute in Höhe von 5 Pfennig je Monat festgelegt.

1905 und 1915 erlebte die Wehr die ersten Großbrände. Während am 10. Juli 1905 die Scheune des Gastwirts Karl Klug abbrannte und die nachbarlichen Anwesen dabei stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, konnte Peter Meyerer mit seinen Leuten das Sägewerk Zirkel vor der totalen Vernichtung durch Feuerbrunst bewahre

Das erste Gerätehaus war im ehemaligen Rathaus, Ecke Rathausgasse und Hauptstraße untergebracht. Am 17. Dezember 1905 erhielt die Feuerwehr die erste von Hand betriebene Druck– und Saugpumpe, die heute noch voll funktionsfähig ist und in der Eingangshalle des Feuerwehrhauses steht. Nach langen Vorbereitungen, trotz schwieriger finanzieller Voraussetzungen, feierte die Wehr anlässlich des fünfundzwanzigjährigen Gründungsfestes die Übergabe des neuen Gerätehauses an der Jahnstraße, gegenüber der ehemaligen Post.


{13.02.1927}


In der Generalversammlung vom 13. Februar 1927 im Gasthaus "Zum goldenen Adler" wurde Emil Pahl als Nachfolger von Peter Mayerer zum 1. Kommandanten gewählt. Angesichts seiner langjährigen und besonderen Verdienste wurde der bisherige Kommandant zum Ehrenmitglied ernannt, damit auch nach außen hin dokumentiert wird, wie wertvoll die unermüdliche und erfolgreiche Arbeit war, die Peter Mayerer als Gründungsmitglied und Kommandant geleistet hat. Für die Freiwillige Feuerwehr Elsenfeld war der 29. Mai 1927 ein Freudentag.

Das Leben und Fortbestehen einer Organisation ruht auf zwei Säulen: erstens auf der Lebendigkeit und der Gestaltungskraft in der Bewältigung ihrer Ziele und zweitens auf der Treue ihrer Mitglieder. Während des ersten und zweiten Weltkrieges, als viele aktive Feuerwehrmänner an der Front kämpften, haben vor allem die älteren Angehörigen zur Elsenfelder Feuerwehr gestanden und auch in diesen sehr schweren und entbehrungsreichen Zeiten keine Mühle und Gefahr gescheut, um Gut und Leben des Mitbürgers zu schützen und zu retten.

Krieg

Der letzte Krieg hat dem deutschen Volk tiefe Wunden geschlagen, schlimmere Wunden als alle Kriege in Jahrhunderten zuvor. Zu diesen Opfern gehörten auch die Elsenfelder Feuerwehrmänner, die für ihr Vaterland auf dem Felde der Ehre starben. Bedingt durch den Tod des Schriftführers Fritz Klug 1937 und die Kriegswirren von 1937 bis 1948 fehlen hier alle Eintragungen bzw. wurden keine Eintragungen mehr vorgenommen.

Doch das Leben ging weiter. Eine der stärksten Bekundungen des Gemeinschaftssinnes war die spontane Bereitschaft von elf Heimkehrern, aktiven Feuerwehrdienst zu leisten. Dieser Entschluss war für viele Feuerwehrmänner, die den Krieg überstanden hatten, ein gutes und nachahmenswertes Beispiel; sie leisteten nach der Rückkehr von der Front wieder begeistert aktiven Feuerwehrdienst.

 
Ein halbes Jahrhundert wertvoller Arbeit